20. Mai 2010
Das körpereigene Hormon DHEA ist die Vorstufe zu Östrogen bzw. zum Testosteron. Es gibt uns zudem das Gefühl “mir geht es so gut, ich könnte Bäume ausreissen”. DHEA ist also auch für gute Laune und Energieschub zuständig. Es unterstützt zudem Sexualfunktionen, lässt unsere Fettpolster schmelzen, macht unsere Haut glatter und ist deswegen auch ein ganz wichtiges Anti-Aging Hormon – ein Jungbrunnen.
Der DHEA-Wert sinkt normalerweise ununterbrochen ab 20 und wird durch unsere Lebensweise (Ernährung, Lebensstil und Lebensgewohnheiten) stark beeinflusst. Wenn wir auf unsere Ernährung achten, Stress reduzieren, dann werden wir nicht zu den gehören, die mit 80 Jahren nur noch ca. 20% dieses wichtigen Hormons aufweisen. Eine synthetische/chemische DHEA-Einnahme finde ich nicht gut bzw. riskant für die Gesundheit.

cc by avlxyz
Tipp:
Essen Sie öfters Avocados, welche das DHEA unterstützen. Hier mein schnellstes Rezept als Vorspeise: Eine Avocado halbieren und den Kern herauslösen. Beide Hälften mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen.
Weitere Tipps, Übungen und Rezepte, wie man auf natürliche Weise dieses wichtige Hormon unterstützen kann, erfahren Sie in meinen Seminaren.
3. September 2009
Ein recht unbekanntes Hormon ist das Ghrelin. Erst seit Anfang 2000 liest man darüber. In Wikipedia finde ich: Ghrelin (Akronym für engl. Growth Hormone Release Inducing, d. h. Wachtumshormonfreisetzung einleitend) ist ein appetitanregendes Hormon, welches in der Magenschleimhaut produziert wird.
Neben der Appetitanregung reguliert Ghrelin die Sekretion von Wachstumshormonen. Möglicherweise spielt es eine Rolle bei der Entstehung von Übergewicht/ Adipositas. In Hungerphasen steigt der Ghrelinspiegel im Blut an, nach dem Essen sinkt er ab. Schlafmangel führt zu erhöhter Ghrelin-Ausschüttung und trägt auf diese Weise vermutlich zur Entwicklung der Adipositas bei, erfährt man weiterhin bei Wikipedia.
Weiteres Interessantes zu diesem Hormon finden Sie unter:
Übergewicht und das Hormon Ghrelin
Wie Schlafmangel den Hunger weckt
Harald Gärtner beantwortet in seinem Blog-Beitrag die Fragen:
1. Was steuert die Produktion von Ghrelin im Magen?
2. Weshalb fällt es schwer, die Mahlzeitenfrequenz zu verändern?
3. Welche neue Studie gibt es zum Hormon Ghrelin?
22. Juli 2009

In meinem Seminar Hormon-Power gibt es ja weitere 6 Aspekte zu lernen – nebst Hormon-Yoga – wie man auf natürliche Arten den Hormonspiegel ausbalancieren, hoch halten bzw. erhöhen kann. Pflanzenhormone bzw. Hormonpflanzen sind einer dieser weiteren Aspekte. Hopfen ist eine östrogenfördernde Hormonpflanze. Übrigens: darum haben Männer, die sehr viel Bier trinken oft genauso schöne Brüste wie Frauen 
Also, Bier – vorallem alkohlfreies – ist eines der besten Getränke deswegen für Frauen! Östrogen bewirkt so vieles bei Frauen. Unter anderem werden folgende Aspekte durch das Östrogen beeinflusst: Knochen, Stimmung, Hitzewallung, Alterungsprozess, Anti-Aging, Wechseljahresbeschwerden. Zudem ist es auch gut für die Kollagenfasern, das heisst für eine pralle Haut und Busen. Zusammen mit René Kaufmann entwerfe ich immer wieder neue Rezepte für natürliche, hormon-unterstützende Ernährung.

Hier ist die Bier-Suppe a la Christine und René
Die Zutaten für unser erstes Hormon-Suppenrezept:
- 80 g Lauch
- 50 g Schalotten
- 300 ml IttingerKlosterbräubier
- ca 1 El Ahornsirup
- 500 ml Gemüsebrühe
- 4 Eigelb
- 3-4 EL Crème Fraîche
- Salz
- Pfeffer
So wird’s gemacht:
Lauch und Zwiebelwürfelchen in Butter hell dünsten. Bier und Brühe angiessen und zum Kochen bringen. Die Brühe kochen lassen, danach etwas abkühlen. In der Zwischenzeit die Crème Fraîche mit den Eigelben in einem Topf glatt rühren. Nun die Bierbrühe über die Crème Fraîche-Eigelb-Masse geben und verrühren. – Den Topf wieder auf die Herdplatte stellen und den Inhalt bis kurz vor dem Siedpunkt erhitzen, da das Eigelb sonst gerinnen würde. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Ahornsirup würzen.
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16. April 2009
Mineralwasser enthält mehr als nur Wasser, Kohlensäure und Salze. In zwölf von zwanzig handelsüblichen Wässern fand Martin Wagner von der Universität Frankfurt sogenannte Xenoöstrogene, chemische Stoffe, die wie das körpereigene Geschlechtshormon Östrogen wirken.
Die Quizfragen lauten:
Weshalb ist dieser Fund eine Meldung wert?
Welche Auswirkungen haben Xenoöstrogene?
Wieviel Nanogramm körpereigene Östrogene sind in Männer/Frauen?
Die Antworten zu den obigen fragen finden Sie hier. Artikel dazu sind in der Welt, Süddeutsche, Krankenkassen Ratgeber, Unikosmos und ORF erschienen.
Durch die Xenoöstrogene kann eine Östrogendominanz im Körper entstehen. Dr. John R. Lee beschreibt in seinem Buch “Wie Männer stark bleiben”, was die Auswirkungen sein können. “Summa summarum kann man sagen, dass Östrogendominanz als Hauptursache für die Krebsentstehung in Brust, Gebärmutter oder Prostata zu gelten hat. Wie sie aber zustande kommt, kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden: Bei Männern gehört die Insulinresitenz genauso dazu, wie übermässiger Stress oder früher Einfluss von hormonwirksamen Chemikalien (Xenoöstrogene) in unserem Alltag. Dies gilt in besonderer Weise für Einflüsse im vorgeburtlichen Entwicklungsstadium. Um einige Beispiele zu nennen: Klebstoffe, Ausdünstungen von Platikkarten, Spritzmittel in der Landwirtschaft oder chemische Verbindungen.”

CC-Lizenz von icatus
Empfehlungen dazu von Christine Thanner:
- verwenden Sie Wasser aus Glasflaschen oder Leitungswasser.
- zur Balancierung von körpereigenen Hormonen – inkl. seelischer Ausgeglichenheit:
Hormon-Yoga
27. März 2009
Obwohl das Symposium “Neue Erkenntnisse in der Frauenheilkunde – Gesundheit, Hormone und Soja” schon am 20. Juni 2006 in Wien stattfand, sind die Erkenntnisse auch heute noch lesenswert. Weitere Infos unter den angebenen Links:

von levilo
6. August 2008
Wenn man nicht abnimmt, obwohl alle Vorzeichen stimmen, könnte eine Fehlfunktion der Schilddrüse die Ursache sein, denn diese beeinflusst auch das Gewicht: Die Schilddrüse ist der Motor des Körpers; sie kurbelt den Energiestoffwechsel an, das heisst Sauerstoffverbrauch, Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratabbau steigen”, sagt Prof. Dr. Peter Pfannenstiel, Vorsitzender der Schilddrüsen-Liga, Deutschland.
Produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, läuft der Körper auf Sparflamme – der Energiebedarf sinkt, so Pfannenstiel. Mögliche Folge: Trotz reduzierter Nahrungsaufnahme bleibt das Gewicht konstant und kann bei normaler Kalorienzufuhr sogar steigen. Weitere Symptome einer Unterfunktion sind blasse Haut, ständige Müdigkeit, Unkonzentriertheit.
In Deutschland haben rund acht Millionen Menschen eine Unterfunktion. Wie bei der häufigsten Schilddrüsenkrankheit, dem Kropf (nach neuesten Studien ist jeder Zweite betroffen), ist meist der Jodmangel in der Nahrung schuld. Denn zum Aufbau der Hormone benötigt die Schilddrüse Jod. Seinen individuellen Jod-Bedarf kann man z.B. mit Hochseefisch, jodiertem Speisesalz decken.
Besteht ein Verdacht auf eine Fehlfunktion, sollte man seine Schilddrüse von einem Facharzt untersuchen lassen.
Auch Hormon-Yoga kurbelt mit einigen Übungen die Schilddrüsenfunktion an. Ein dieser Übungen wurde von Dinah Rodrigues auch deswegen Schlankheitsübung genannt.
23. Juli 2008
Nachts schüttet unser Gehirn Wachstumshormone aus. Sie sorgen – u.a. – dafür, dass Fett aus den Fettzellen abgebaut und dem Körpergewebe zur Verfügung gestellt wird. Dieser Prozess beginnt eine Stunde nach dem Einschlafen. Um Wachstumshormone zu bilden, benötigt der Körper Eiweiss und Vitamin C.
Tipp: Als Betthupferl einen kleinen Happen magere Hühnerbrust oder gegrillten Fisch oder (Räucher-)Tofu mit etwas Zitronensaft oder Zitronenstücke essen.
16. Juni 2008
Je mehr das Hormon Serotonin in unserem Blut kreist, desto selbstbewusster, risikobereiter und erfolgreicher gehen wir in Verhandlungen, so die Recherchen von Wissenschaftlern der Universität Cambridge. Die Chemiker beziehen sich auf die Wirkung von Hormonen. Diese können Käse – und andere Lebensmittel – zu einer entscheidenden Quelle für Zufriedenheit und Glück machen.
Die Briten fanden heraus, dass Menschen mit einem hohen Level der Hirnsubstanz Serotonin viel erfolgreicher und vehementer ihre eigenen Interessen vertreten. Der Botenstoff Serotonin wird im Körper hergestellt, aus der Aminosäure Tryptophan. Eine Substanz, die in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist – aber Käse ist eine besonders ergiebige Quelle.
Für ihre Untersuchung hatten die Psychologen der Universität Cambridge Testpersonen auf eine besonders tryptophanarme Diät gesetzt. Mit der Folge, dass bei allen Probanden der Serotonin-Spiegel sank – und das hatte drastische Folgen. Die Wissenschaftler beobachteten, wie sich das Verhalten auffällig veränderte – die Testpersonen trafen Entscheidungen, die ihren Langzeitinteressen eindeutig entgegenstanden.
Viel rationaler, geschickter und selbstbewusster dagegen agierten sie mit einem hohen Serotonin-Spiegel im Kopf – womit die Forscher nicht gerechnet hatten und was ihnen jetzt eine Veröffentlichung im renommierten Wissenschaftsblatt “Science” einbrachte. Die Studie rückt die Substanz Serotonin in ein völlig neues Licht. Bisher schrieb man Verhandlungsgeschick und Klarheit der Gedanken vor allem einem optimalen Blutzuckerspiegel zu – ist er zu niedrig, umwölkt sich das Hirn. “Viel wichtiger ist der Serotonin-Spiegel”, korrigieren jetzt die Cambridge-Mediziner – und weisen Serotonin eine entscheidende Achse zu im Räderwerk unserer Emotionen, unserer Aggressionen und unseres sozialen Verhaltens.
Serotonin ist der Medizin seit Langem bekannt: Vor allem Psychologen kennen den Stoff als einen wichtigen Botenstoff im Hirn. Er setzt Reaktionen in Gang, die glücklich und zufrieden machen und somit maßgeblich über die Stimmung eines Menschen entscheiden. Depressionen, Glück, gute Laune – Emotionen dieser Art werden von Serotonin dirigiert. Es wird im Körper hergestellt aus der Aminosäure Tryptophan, die vor allem in Käse zu finden ist. Für die beste Wirkung sollte man das Eiweiss zugleich mit Kohlehydraten essen. Aber Fisch, Hülsenfrüchte, Schokolade wirken gleichfalls effektiv.
Zwar gehen Depressionen und Angst oft einher mit einem allzu geringen Serotonin-Spiegel. Aber ob sie von ihm als Mangelerscheinung auch ausgelöst werden, war bislang umstritten. Das ist jetzt mit dem Cambridge-Experiment ebenfalls und erstmals eindeutig belegt.
Auf eine ähnlich durchschlagende Wirkung aufs Gemüt wie Serotonin kommt nur noch ein zweites Hormon: Testosteron. Dies zeigte eine weitere, höchst originelle, sogar amüsante Studie des gleichen Cambridge-Teams. Nach diesen Testergebnissen sind Börsenmakler Getriebene ihres Hormonspiegels. Wie erfolgreich ein Makler im Markt mitschwimmt, hängt entscheidend davon ab, wie viel vom männlichen Sexualhormon in seinen Adern zirkuliert.
In der Testanordnung der Cambridge-Mediziner war bei Börsenmaklern die morgendliche Konzentration von Testosteron im Blut gemessen worden. Und siehe da: Je höher der Pegel, umso mehr verdienten sie über den Tag hinweg. Jedoch führt allzu viel Testosteron offenbar zu völlig irrationalen Entscheidungen. Der Rausch der Hormone verführt zum Risiko – aus Gewinnern werden Verlierer. Auch das brachte die Studie an den Tag.
Quelle: Die ausführliche Version bzw. weitere Erkenntnisse finden Sie unter diesem Link: Unter der Rinde liegt das Glück
8. Juni 2008
Warum Hunger aggressiv macht – Das Hormon Serotonin kontrolliert impulsives Verhalten
“Hunger macht böse”: Diese Weisheit, nach der Müttern ihren Kindern schnell ein Häppchen servieren, bevor die Stimmung kippt, hat ihre Grundlage in der Wirkung des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Fällt das Serotonin-Niveau ab, so reagieren Menschen in Entscheidungssituationen kämpferischer und aggressiver. Das haben amerikanische und britische Forscher um Molly Crockett von der Universität in Cambridge herausgefunden. Sie setzten Versuchspersonen auf eine Diät, die den Serotoninspiegel senkte, und beobachteten, wie sich deren Verhalten im Laufe eines Strategiespiels veränderte.
Die Forscher machten mit 20 Probanden das sogenannte Ultimatumspiel: Ein Spieler besitzt beispielsweise 13 Euro und bietet einem anderen einen Teil der Summe an, zum Beispiel sechs Euro. Weist der zweite Spieler seinen Anteil als unfair zurück, gehen beide leer aus. Betrachtet er das Angebot als fair, nimmt er an. Normalerweise weist die Hälfte der Spieler ein Angebot als unfair zurück, wenn es weniger als ein Drittel der Geldmenge ausmacht. Als die Forscher jedoch Probanden mit reduziertem Serotonin-Niveau antreten ließen, schlugen deutlich mehr Spieler solche Angebote als unfair aus.
Die Forscher schließen daraus, dass Serotonin mitverantwortlich dafür ist, Emotionen im sozialen Umgang mit anderen Menschen zu kontrollieren. Fällt das Serotoninniveau, so reagieren Menschen impulsiver und aggressiver, sobald sie die Handlungen von anderen als unfair empfinden. Ernährung und Stress beeinflussen die Bildung des Serotonins, erläutert Crockett. Diese beiden Faktoren haben damit auch massgeblichen Einfluss auf die täglichen Entscheidungsprozesse von Menschen.
Kluge Menschen können demzufolge allzu impulsive Partner in Schach halten, wenn sie zuerst zum kleinen Imbiss laden.
Molly Crockett (Universität Cambridge) et al.: Science, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1126/science.1155577
25. April 2008
Wer mich mal live in einem Vortrag erleben möchte, hat Gelegenheit dazu an folgenden Orten.
Wie Frau fit und attraktiv durch die Wechseljahre kommt -
inkl. Übungen aus Hormon-Yoga
Juni 2008
Mo, 2. Juni Jona Hotel Kreuz, 19.30 – 21.00 Uhr, Ch.Thanner
Di, 3. Juni Thalwil Hotel Alexander am See 19.30 – 21.00 Uhr, Chr. Thanner
Mi, 18. Juni Uster Hotel Ochsen 19.30 – 21.30 mit H.Flück (Apothekerin) und Ch.Thanner
Mo, 23. Juni Winterthur Hotel Wartmann 19.30 – 21.00 Uhr, Ch.Thanner
Mo, 30. Juni Thalwil Hotel Alexander am See 19.30 – 21.00 Uhr, Chr. Thanner
Geeignet für Frauen vor, während und nach den Wechseljahren! So manche Frau ab ca. 40 Jahren leidet, weil sich ihre Lebensqualität durch Stimmungsschwankungen, Energieverlust, Gereiztheit, Konzentrationsschwäche, Libidoverlust, Hauttrockenheit, Falten, Hitzewallungen und Gelenkprobleme vermindert. Dies kann durch hormonelle Störungen bedingt sein bzw. dem Sinken der wichtigen weiblichen Hormonwerte.
Erfahren Sie in diesem Vortrag, wie Sie vorbeugen bzw. diese Symptome auf natürliche und ganzheitliche Art reduzieren.
Hildegard Flück (Apothekerin FPH, Homöopathin, Phytotherapeutin FPH) und Christine Thanner (Sportwissenschaftlerin, Expertin für Vitalität und Hormone, zertifizierte Hormon-Yoga-Trainerin) zeigen Ihnen in einem Erlebnisvortrag verschiedene Wege dazu auf. Die Referentinnen berichten über Methoden, Erfahrungen und bringen konkrete Tipps und Übungen aus ihren Spezialbereichen, der Pflanzenwelt, speziellen Nahrungsstoffen, körpereigenen Hormonen, aus dem Hormon-Yoga, und dem Mentaltraining – um den Beschwerden vorzubeugen bzw. diese zu reduzieren.
Abgerundet wird der Vortrag mit praktischen Aspekten und Tipps wie z.B. Möglichkeiten zum “Neu-Denken”, Abbau von Ängsten und Blockaden. Ausserdem erleben und lernen Sie noch ein paar kurze, effiziente Entspannungs- und “Loslass-Übungen”, die eine wichtige Rolle für den Abbau von Stresshormonen und zur Stärkung der für Frauen wichtigen Hormone sind.
Eintritt 20.– Fr., Abendkasse
15. Februar 2008
Warum scharfe Nahrungsstoffe glücklich machen
Scharfes Essen ist gesund und fördert unsere Glücksgefühle. Peter Holzer, Professor für Neuropharmakologie an der Medizinischen Universität Graz, sagt, dass die Lust am scharfen Essen nicht allein auf die gesunden Aspekte einer feurigen Ernährung zurückzuführen sind: “Schärfe ist kein Geschmack, sondern eine Schmerzempfindung. Über die Hitzerezeptoren im Mund ausgelöst, bewirkt sie, wie jeder andere Schmerz, die Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn.” Und diese Glückshormone machen, wie es der Name schon sagt, glücklich.
Der Chili und seine Vitamine
Gerade die schärfste aller Schoten – der Chili – enthält zudem einige Vitamine. Frisch verkocht versorgt er den Körper mit doppelt so viel Vitamin C wie eine vergleichbare Menge Zitrone. Hinzu kommen die Vitamine A, B1, B2, B3 und E, Eisen und Calcium, die auch erhalten bleiben, nachdem die Schote getrocknet wurde.
Das in Chili enthaltene Capsaicin, der eigentliche Scharfstoff, schützt die Magenschleimhaut ausserdem gegen die schädlichen Einflüsse von beispielsweise Alkohol.Egal ob Chili, schwarzer Pfeffer, Ingwer oder Meerrettich, nach dem Genuss tritt immer der sogenannte “Pepper-High-Effekt” ein. Schärfe ist eine Art Naturdroge.
Verstärkung des Geschmacks
Peter Holzers Studien über die Wirkung von Capsaicin sagen ausserdem, dass Schärfe die anderen Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig und umami (herzhaft) nicht wie allgemein vermutet unterdrückt. Im Gegenteil: weil Capsaicin nicht nur die Hitzerezeptoren anregt, sondern auch die Durchblutung der benachbarten Geschmacksrezeptoren fördert, schmecken Scharfesser sogar mehr als Geniesser von weniger stark gewürzten Speisen.
Damit diese positiven Effekte einer scharfen Ernährung auch ohne Atemnot zur Geltung kommen, muss bei Chili und allen anderen scharfen Gewürzen die Dosierung stimmen….und man kann sich daran gewöhnen:
Diejenigen, die schon beim kleinsten Chiliteilchen in Tränen ausbrechen, müssen nicht denken, dass sie nie von der gesunden Schärfe profitieren können. Mit ein wenig Durchhaltefähigkeit kann irgendwann jeder die feurigen Currys, Suppen und Sossen essen. Denn unserer Schärfetoleranz hängt vor allem von der Gewöhnung ab. Wer also immer wieser scharf isst, macht seine Schmerzrezeptoren von Löffel zu Löffel unempfindlicher. Falls mal etwas brennt im Mund: Milch oder Käse löschen deutlich besser als Wasser, denn Fett neutralisiert das Capsaicin.
Die vitale Kraft der scharfen Gewürze:
Sternekoch Alfons Schuhbeck empfiehlt eine gesunde Schärfe zu allem, “was flüssig auf den Teller kommt”, also zu Suppen und Sossen. Auch betont er die vitalisierende Kraft von scharfen Gewürzen, vor allem in Kombination. Pfeffer mit indischem Kurkuma sei ein Blutfettsenker und Leberentgifter, Ingwer und Knoblauch verdoppelten zusammen ihre antioxidative Wirkung. Schuhbecks sagt: “Wer richtig würzt, wird so manche Krankheit in seinem Leben nicht erleben.” Hauptsache, die Gewürze kochen nicht lange mit, sondern ziehen nur einige Minuten vor dem Servieren im Topf.